01/01/2006
April: Queens Of The Stone Age
Jeder, der ne Ahnung von Musik hat, z.B. Journalisten vom WOM-Magazin, (ich werd da jetzt nicht von mir reden!), steht auf die Queens Of The Stone Age!
Warum eigentlich? Vielleicht weil sie anders und anspruchsvoll sind und viel ausprobieren. Aber das muss echt nicht jedem gefallen und ist auch nicht immer schön. Nicht wie diese Wolke, die grad da draußen malerisch rot gefärbt am romantischen Dämmerhimmel steht. Versteht ihr was ich mein? QOTSA sind oft eher brachial und nicht sehr entgegenkommend.
Aber sehen wir erstmal ob das wirklich so oft der Fall ist (Zitat des QOTSA-Frontmanns Joshua Homme: "Wir wollen nicht nur böse sein und rumschreien) und nach den positiven Seiten der Königinnen der Steinzeit. Ihr größter Pluspunkt ist auf jeden Fall ihr bekanntester Song "No One Knows". Also, everyone knows No One Knows and wer nicht, hat echt was verpasst. Eigentlich kommt's ja billig, den bekanntesten Song einer Band am besten zu finden, aber genauso wie's von Oasis keinen besseren Song als "Wonderwall" gibt, ist auch "No One Knows" so gut wie unschlagbar. Ich kannte dieses Lied schon seit 1 1/2 Jahren, aber ich wollte es nur kennen, weil mein Schatzibutzl Robbie Williams es damals in einem Interview als genial beschrieb. Da konnte ich nur als das softe Pop-Girlie, das ich damals noch war und das bei härteren Gitarrenriffs meist sofort in Deckung ging, seine Meinung nicht teilen und ließ es nach dreimal Hören links liegen. Bis ich später irgendwie wieder drauf zurückkam. Zufall, neu geweckte Neugierde, sowas halt. Und diesmal liebte ich es. Schon diese geilen, "abgehackten" Akkorde, wie sie auch die Beatsteaks auf ihren besten Liedern spielen, das ist total meins! Gegen dieses Gedröhne die eher "zarte", recht hohe Stimme von Josh Homme, und ein irres Solo - perfekt!
Um April herum sollte ein neues QOTSA-Album, "Lullabies To Paralyze", herauskommen. Da war zwar kein "No One Knows" drauf, aber auch ne Menge sehr guter Songs - sobald man sich an sie gewöhnt hatte. Denn anfangs treiben sie einen wirklich ein bisschen in die Enge. Die Queens haben es so an sich, mit ihrer Mischung aus schweren, erdigen Gitarren, handfestem Getrommel mit kaum zu hörender HiHat, und gespenstischem Gesang, oft eine richtig beunruhigende Stimmung zu erschaffen. Aber es gibt auch die andere Seite, da wo sich eben Josh's oben genanntes Zitat bewahrheitet: "I Never Came", das ich Softie natürlich als ersten Song von "Lullabies To Paralyze" gut fand - ein ruhiger, trauriger Song, bei dem mich sogar die Melancholie packt, wenn ich keinen Liebeskummer hab. Es geht nämlich darin um eine gescheiterte Beziehung. Vor allem das Intro ist der Hammer. Dann gibt's sogar einen Gute-Laune-Autofahr(nicht nur bei Need For Speed)-Song (auch sowas können sie!) "In My Head". Und der Rest, ganz typisch QOTSA, siehe unten.
Zur Zeit hör ich a bissl ins Vorgänger-Album "Songs For The Deaf" rein, das auch ein paar geile Kompositionen enthält (nicht nur "No One Knows"), aber auch sehr komische. Fazit: Mit gefällt nicht alles von dieser Band, aber wenn, dann richtig gut! Stoner-Rock ist einfach geil!
Beste Songs: No One Knows, I Never Came, Everybody Knows That You're Insane, Medication, In My Head, First It Giveth Number One, Someone's In The Wolf
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