01/01/2006

März: Green Day

Me goes Punkrock!

Zumindest halbwegs. Green Day werden zwar dem Punkrock-Genre zugeordnet, aber vor allem verglichen mit den absolut streng antikommerziellen Underground-Punkbands (wobei die inzwischen auch jeder kennt, jetzt wo Punk so "in" ist) sind sie auch stark dem Mainstream zuzuschreiben. Anarchie für's Radio. Aber macht das was? Mir ist es egal, solange Green Day geile Mucke machen. Und das tun sie, wie ich in diesem Jahr erkannt hab.

Vorher machte ich mir gar nix aus der Band. Alles was ich wusste, war, dass Green Day schon etwas länger bestehen und Punk à la The Offspring und Blink 182 machen. Altersbedingt gingen mir diese Musik und diese Bands damals aber noch am Arsch vorbei. (Die Backstreet Boys waren halt süßer und ungefährlicher :P)

Aber das änderte sich, als Green Day zu Beginn des Jahres zwangsläufig immer öfter vor meiner Nase auftauchten. Sie hatten ihr neues Album "American Idiot" veröffentlicht, dass weltweit Begeisterungsstürme und Regen von gewonnenen Awards für die drei Punkrocker auslöste. Erstens für ihr gewagtes Anti-Bush-Statement im Titelsong "American Idiot" (den ich anfangs nicht sooo gut fand, aber ich hab auch nie genau hingehört), zweitens für das gesamte Album, das alle, die es kannten, ins Schwärmen kommen ließ. Und ich fragte mich, was da bloß dran sein sollte, als sogar die überzeugten Britpoper vom Coldplaying-Forum begannen, ständig Green Day zu hören. Gut, finden wir's eben raus und hören es uns ein paar Mal an. Zur der Zeit, als ich das tat, kam die 2. Single-Auskoppelung "Boulevard Of Broken Dreams" raus. Und damit war's dann bald um mich geschehen. Nicht nur ich und die Radio-Stationen vergötterten dieses Lied, sondern irgendwie - jeder. Ob trendbewusste Charts-Hörer, HipHopper, Rockfans, der Rest oder meine Mum, jeder mochte es. Inzwischen haben wir es vor allem den Programmchefs vom Rundfunk und ihrem übereifrigen Airplay zu verdanken, dass jeden dieses Lied ankotzt, ich steh aber bis heute noch total drauf. Und auf die übrigen Songs von "American Idiot". Es gibt keinen einzigen, der mir nicht gefällt. Es gab kaum eine CD, die dieses Jahr öfters in meinem CD-Player lief, nicht mal eine von den Peppers, glaub ich. Vor allem wenn ich was Tolles vorhatte und in gute Stimmung kommen wollte oder wenn ich mit meinem Freund zu "Boulevard" kuscheln wollte... ich hatte nie die Schnauze voll davon.

Inzwischen ist es doch soweit gekommen. Aber schließlich können Green Day auf fast 15 Jahre Bandgeschichte zurückschauen und haben in der Zeit von 1992 bis jetzt eine Menge guter Alben veröffentlicht (die ich noch längst nicht alle kenne). "Dookie" z.B., dass schon 1994 einen ähnlichen Hype auslöste wie der, der nun nach wie vor die Musikwelt im Griff haben zu scheint (die Preisflut hört nicht auf und jetzt wurde sogar eine 5. Single veröffentlicht). Trotzdem, ich laber zwar nicht so oft die Meinung der Allgemeinheit nach, aber in manchen Fällen stimmt sie einfach! Zum Beispiel, dass "American Idiot" zwar das neuste und das bekannteste, aber nun mal auch das beste Green Day-Album ist.

Durch sie habe ich nun auch mehr Gefallen an Punk im Allgemeinen gefunden. Ich hör jetzt auch The Offspring :D Blink allerdings immer noch nicht, die sind mir... seid mir net bös, aber die sind mir irgendwie zu einfach und zu kindisch.

Abschließend nochmal zu Green Day: Ich bin jetzt ernsthafter Fan, ich liebe sie total und bin mal gespannt drauf, wie das neue Livealbum so ist!

Beste Songs: Boulevard Of Broken Dreams, American Idiot, She's A Rebel, Long View, Homecoming, Jesus Of Suburbia, Warning, Basket Case, Tired Of Waiting For You, When I Come Around

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