01/01/2006
Januar: Franz Ferdinand

Zu Beginn des Jahres wollte ich mal ganz neue Bands kennenlernen. Bands, dessen Namen ich schon oft gehört hatte, die sehr gut sein sollten und bevorzugt Britpop spielten. Das waren ziemlich viele Bands. So viele, dass sie die Internetrechnung zweimal sehr nach oben und damit meine Eltern fast zur Weißglut trieben. Aber wenn man Hausarrest hat, hat man auch wenigstens Zeit, Musik zu hören ;) So stieß ich eines Tages auf Franz Ferdinand. Wie es schon bei vielen anderen meiner heutigen Lieblingsbands geschehen war (z.B. Oasis, Incubus, Radiohead), war ich auf diese neue Britpop-Band durch das Coldplaying-Forum mit seinen schwärmenden Usern gekommen. Mehr als diese Schwärmereien, den ulkigen eingedeutschten Bandnamen und das Video "This Fffire" kannte ich aber nicht. Aber sobald ich die erste Minute des Albums angehört hatte, war's um mich geschehen. Groovender Retro-Rock'n'Roll mit großartigen Schrammelgitarren und treibendem, tanzbaren Rhythmus - einfach nur cool. Ich kam wieder mal ins Wundern, warum Britpop so wenig Fans hat. Gut, das hat sich ja mittlerweile etwas geändert. Diese eben beschriebende Musikrichtung, die eigentlich nur so halb Britpop ist, sondern mit "Indie-Rock'n'Roll" oder "Alternative" bezeichnet wird, hat ja dieses Jahr einen ziemlich Hype erlebt und mit 1000en von neuen "The-" Bands, bestehend aus meist britischen (oder schwedischen) jungen, schicken, Anzug-, Krawatten-, Stratocaster- und Gelfrisur-tragenden Jungs, eine Menge Vertreter bekommen. Aber Franz Ferdinand waren ganz am Anfang schon da! Und sind damit auch einfach Originale. Originale in Sachen bereits dagewesenen 60s-Rock'n'Roll wieder Leben einzuflößen... Ich denke sie gefallen mir deshalb am besten, außerdem weil sie nicht so "amerikanisiert" sind und melodischer als z.B. The Hives. Viele dieser neuen Indie-Bands scheinen auch nicht sehr emotional zu sein, sondern nur "hippe" Tanzmusik zu bieten (Kaiser Chiefs - "Everyday I Love You Less And Less").
Im Oktober veröffentlichten FF (Nicht zu verwechseln mit den anderen coolen Doppel-Fs, den Foo Fighters, ihr neues Album kam n bissl früher!) ihr neues Album "You Could Have It So Much Better". Bei dem war schon mal eine Sache genauso wie beim Debüt-Album: Ich verliebte mich schon wieder vom ersten Hören an in das erste Lied, das auch weiterhin mein Lieblingssong blieb. Auf "Franz Ferdinand" hieß er "Jacqueline", auf "YCHISMB" war es "The Fallen". Außerdem Gemeinsamkeiten mit dem Debüt: Auch das 2. Album ist wieder richtig geil ;) Ich muss jetzt zugeben, so richtig in- und auswendig kenne ich es noch nicht, weil die Band inzwischen ein bisschen den Reiz verloren hat. The Libertines interessieren mich halt im Moment mehr. Aber im Januar vergötterte ich Franz Ferdinand - und ließ es auch jeden wissen, bis auch alle meine Freunde den Namen richtig aussprachen konnten (nicht auf deutsch einfach Franz Ferdinand, sondern "Fräänts Fördinänd") und das auch ziemlich genervt taten ^^ Gell, Andrea? Letztendlich hast du dir "Jacqueline" ja sogar mal angehört, bloß damit ich ruhig bin!
Ich heiße superfantastiiisch, ich trinke Schampus mit Lachsfiiisch, ich heiße Su-per-fan-tas-tiiisch! Das habt ihr euch verdient, Jungs!
Beste Songs: Jacqueline, The Fallen, Do You Want To, Darts Of Pleasure, Michael, Take Me Out
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Februar: Red Hot Chili Peppers
Red Hot Chili Peppers
The Red Hot Chili Peppers. Phew *pfeif*. Was mir diese Band in diesem Jahr alles bedeutet hat. In meinen ganzen wichtigen Lebensphasen 2005 haben sie den (dazu passenden) Ton angegeben. Ob ich jetzt in einer RHCP-Coverband spielte oder einen Freund hatte, der ebenfalls riesiger Peppers-Fan war, mit dem zusammen ich immer wieder zu ihren Songs sang, oder einer ihrer Lieder mich alleine in meinem Zimmer zum Weinen brachte - oder auch in Hochstimmung - Anthony Kiedis (aaaah!! *kreisch* Welch ein Kerl!), John Frusciante (Mein Held an der Gitarre!) und der Rest waren überall. In Deutschland auf Tour leider nicht, aber dafür haut es doch hoffentlich nächstes Jahr hin. Mein Leben als Peppers-Fan hat nämlich vor kurzem wieder einen Sinn bekommen, nachdem ich erfuhr, das am 31. März endlich das neue Album in die Läden kommt! (schon wieder aaaah!!)
Ich war eigentlich noch nie RHCP-abgeneigt war und fand besonders "Can't Stop" sehr geil. Die anderen Lieder kannte man halt so aus dem Radio, wusste zwar nicht mal ihren Namen, aber freute sich trotzdem immer darüber, sie zu hören (kommt ja auch viel zu selten vor!!) Dann war ich ja in einem Freundeskreis, in dem bevorzugt Rock und Metal gehört wurde, solche "Standard"-Sachen wie Nirvana, Guns N Roses und eben auch die Peppers. Auch ich begann mich zunehmend für Rockmusik zu interessieren, wollte ein bisschen weg von meinem melancholischen, soften Britpop (aber nur ein bisschen!). Und die Peppers waren sowohl ruhig und melodisch als auch laut, großspurig und abgefahren - genau das Richtige für mich. (In diesem Moment entdeck ich ein neues Lieblings-Peppers-Lied, "Leverage Of Space" *merk* ) Ich lieh mir von ner Freundin das Album "Californication" aus und hörte es bald ständig. Dann kam ich im Februar mit einem Jungen zusammen, der schon lange riesiger Peppers-Fan war, schon bei unserem ersten Date haben wir ja die DVD "Live @ Slane Castle" angehört.
In meinem Hinterkopf wusste ich schon, dass die RHCP bereits über 20 Jahre bestehen. Aber ich guckte erstmal ziemlich, als ich erfuhr, wie ihre Musik zu den "blutigen Anfangszeiten" klang! Und damit sind auch noch spätere Werke, wie von 1991 gemeint! Nix mit dem eingängigen Pop/Rock von Californication, der eigentlich jedem gefiel, sondern hektische Sprechgesänge (die Ausläufer davon waren ja noch auf manchen, von mir nicht so bevorzugten neuen Tracks zu hören), schrecklich hoher Gesang im Refrain (thanks John, aber wir lieben dich inzwischen dafür!) und wildes Geslappe auf Flea's Bass. Es war Gewöhnungssache, und meine allmähliche Begeisterung für RHCP längst nicht mehr durch meine Freunde beeinflusst, und so war mein erstes Original-RHCP-Album eines der besagten frühen Werke, das 1991 erschiene "Blood Sugar Sex Magik". Ich fand einfach, "By The Way" hat doch schon jeder, jetzt erstmal eines der nicht so standardmäßigen! Und ich bin echt stolz, dass ich es hab. Auch wenn ich anfangs noch dachte, es enthält zwar gute anhörbare Songs, aber so richtige Hits zum Abgehen und Mitgrölen nur ganz wenige, find ich inzwischen, das muss auch gar nicht so sein. Musik, die nicht eine hitverdächtige Melodie hat, sondern beim ersten Hören eher noch hinplätschert, bis man ein bisschen hinter den Einfallsreichtum und vielleicht auch den guten Text kommt, ist genauso gut, hin und wieder auch besser, es zählt einfach das Gefühl dahinter! Naja, in dem Sinn hat sich mein Geschmack einfach geändert! Ich find inzwischen auch, ohne ihre blutigen funkigen Anfangszeiten wären die Red Hot Chili Peppers richtig langweilig, anstatt dass ich denk, naja, sowas wie "Fight Like A Brave" ist ein ganz lustiges Anhängsel, aber wenn's nur sowas von den RHCP gebe, fändest du die Jungs nie im Leben gut. Darüber bin ich mir gar nicht mehr so sicher. Ich bin inzwischen großer Fan von funkiger Musik und E-Bässen. Und ich vergöttere die Red Hot Chili Peppers mit (fast!) allem, was sie machen. Mein MP3-Player, den ich genauso wie die zwei Peppers-Alben "By The Way" und "Californication" im Sommer erstand, ist zum Drittel mit ihren Songs voll - vom uralten und schlichtweg GESTÖRTEN "Police Helicopter" bis zum melancholischen, wunderschönen "Venice Queen", der letzte Track auf dem bisher letzten Studio-Album, unter dem Namen man mich auch in ICQ findet. Jetzt werde ich auf den 31.März 2006 warten, und um mir die Zeit zu verkürzen, öfters selig in meinem Peppers-T-Shirt in meinem Zimmer sitzen, mein Peppers-Poster angrinsen und dabei "One Hot Minute" hören, das nächste Album auf meiner Haben-Wollen-Liste.
So wie ich 2003 Robbie Williams anhimmelte, der dann 2004 erst von Coldplay und dann von Oasis abgelöst wurde, waren die Peppers 2005 meine eigene "Hype-Band". Insgesamt sind sie zusammen mit diesen beiden Britpop-Gruppen meine absoluten Lieblinge, die mir hoch und heilig sind und über die nix geht.
RHCP - meiner Meinung nach die perfekte Band:
Ein einzigartiger Gitarrist - JOHN FRUSCIANTE
Ein unschlagbarer Bassist - FLEA
Ein alleskönnender Drummer - CHAD SMITH
und zur optischen Abrundung ein sehr gutaussehender Sänger ^^ - ANTHONY KIEDIS
(also *hust* Ich mein gut singen und noch besser rappen und Texte schreiben tut er ja auch)
Beste Songs: Can't Stop, Road Trippin', Venice Queen, Fight Like A Brave, Give It Away, Aeroplane, Pretty Little Ditty, Right On Time, Higher Ground, By The Way, Dosed, Under The Bridge, Pea ... oh Mann, da gibt's so viele! Ich sollte eher die aufschreiben, die ich nicht mag, das wär übersichtlich!
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März: Green Day

Me goes Punkrock!
Zumindest halbwegs. Green Day werden zwar dem Punkrock-Genre zugeordnet, aber vor allem verglichen mit den absolut streng antikommerziellen Underground-Punkbands (wobei die inzwischen auch jeder kennt, jetzt wo Punk so "in" ist) sind sie auch stark dem Mainstream zuzuschreiben. Anarchie für's Radio. Aber macht das was? Mir ist es egal, solange Green Day geile Mucke machen. Und das tun sie, wie ich in diesem Jahr erkannt hab.
Vorher machte ich mir gar nix aus der Band. Alles was ich wusste, war, dass Green Day schon etwas länger bestehen und Punk à la The Offspring und Blink 182 machen. Altersbedingt gingen mir diese Musik und diese Bands damals aber noch am Arsch vorbei. (Die Backstreet Boys waren halt süßer und ungefährlicher :P)
Aber das änderte sich, als Green Day zu Beginn des Jahres zwangsläufig immer öfter vor meiner Nase auftauchten. Sie hatten ihr neues Album "American Idiot" veröffentlicht, dass weltweit Begeisterungsstürme und Regen von gewonnenen Awards für die drei Punkrocker auslöste. Erstens für ihr gewagtes Anti-Bush-Statement im Titelsong "American Idiot" (den ich anfangs nicht sooo gut fand, aber ich hab auch nie genau hingehört), zweitens für das gesamte Album, das alle, die es kannten, ins Schwärmen kommen ließ. Und ich fragte mich, was da bloß dran sein sollte, als sogar die überzeugten Britpoper vom Coldplaying-Forum begannen, ständig Green Day zu hören. Gut, finden wir's eben raus und hören es uns ein paar Mal an. Zur der Zeit, als ich das tat, kam die 2. Single-Auskoppelung "Boulevard Of Broken Dreams" raus. Und damit war's dann bald um mich geschehen. Nicht nur ich und die Radio-Stationen vergötterten dieses Lied, sondern irgendwie - jeder. Ob trendbewusste Charts-Hörer, HipHopper, Rockfans, der Rest oder meine Mum, jeder mochte es. Inzwischen haben wir es vor allem den Programmchefs vom Rundfunk und ihrem übereifrigen Airplay zu verdanken, dass jeden dieses Lied ankotzt, ich steh aber bis heute noch total drauf. Und auf die übrigen Songs von "American Idiot". Es gibt keinen einzigen, der mir nicht gefällt. Es gab kaum eine CD, die dieses Jahr öfters in meinem CD-Player lief, nicht mal eine von den Peppers, glaub ich. Vor allem wenn ich was Tolles vorhatte und in gute Stimmung kommen wollte oder wenn ich mit meinem Freund zu "Boulevard" kuscheln wollte... ich hatte nie die Schnauze voll davon.
Inzwischen ist es doch soweit gekommen. Aber schließlich können Green Day auf fast 15 Jahre Bandgeschichte zurückschauen und haben in der Zeit von 1992 bis jetzt eine Menge guter Alben veröffentlicht (die ich noch längst nicht alle kenne). "Dookie" z.B., dass schon 1994 einen ähnlichen Hype auslöste wie der, der nun nach wie vor die Musikwelt im Griff haben zu scheint (die Preisflut hört nicht auf und jetzt wurde sogar eine 5. Single veröffentlicht). Trotzdem, ich laber zwar nicht so oft die Meinung der Allgemeinheit nach, aber in manchen Fällen stimmt sie einfach! Zum Beispiel, dass "American Idiot" zwar das neuste und das bekannteste, aber nun mal auch das beste Green Day-Album ist.
Durch sie habe ich nun auch mehr Gefallen an Punk im Allgemeinen gefunden. Ich hör jetzt auch The Offspring :D Blink allerdings immer noch nicht, die sind mir... seid mir net bös, aber die sind mir irgendwie zu einfach und zu kindisch.
Abschließend nochmal zu Green Day: Ich bin jetzt ernsthafter Fan, ich liebe sie total und bin mal gespannt drauf, wie das neue Livealbum so ist!
Beste Songs: Boulevard Of Broken Dreams, American Idiot, She's A Rebel, Long View, Homecoming, Jesus Of Suburbia, Warning, Basket Case, Tired Of Waiting For You, When I Come Around
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